Der Grundstein der Hasenschule

von Katrin Rabanus, Gründerin der Hasenschule

 

"Kannst du mir Lesen beibringen?“, zupfte mich vor 30 Jahren ein kleiner Junge am Ärmel. Es war Jens, ein neunjähriger Schulversager aus der dritten Klasse einer Grundschule, dem drohte, in die Sonderschule zu müssen. Irgendwie hatte er herausgefunden, dass man bei mir das Lesen ganz leicht erlernt. Dieses Ereignis war der eigentliche Grundstein der Hasenschule.

Seitdem haben Tausende von Kindern unsere Schulbänke gedrückt, Tausende haben das Lesen gelernt, Hunderte haben wir nicht nur vor der Sonderschule, sondern auch vor dem Sitzenbleiben retten können. Die Hasenschule ist ein Ort, an dem die Kinder gar nicht lange bleiben sollen. Er soll von ihnen als Episode wahrgenommen werden, in der sie ihre Schulprobleme loswurden und das „Löcherstopfen“ einen positiven Nachgeschmack behält.

30 Jahre, Zeit für ein kleines Jubiläum, aber vor allem Zeit, um endlich ans Licht zu bringen, was ans Licht gehört. In dieser Zeit ist nicht nur die Kinderzahl stetig gewachsen, sondern auch die Lehrerzahl, die ursprünglich ausschließlich aus ehrenamtlichen Helfern bestand. Eine große Gruppe der Mitarbeiter sind ausgebildete Lehrer der unterschiedlichsten Schulformen. Zum Teil sind sie noch im Schuldienst, zum Teil waren sie es, und die Schüler können von ihren reichhaltigen Erfahrungen profitieren. Auch andere pädagogische, soziale oder therapeutische Berufsgruppen, wie z.B. Sozialpädagogen oder Logopäden sind in der Hasenschule vertreten. Einige ehrenamtliche Mitarbeiter sind betroffene Eltern. Sie haben sich dazugesellt, nachdem sie miterlebt haben, wie und wodurch ihren Kindern geholfen wurde.

Alle Mitarbeiter der Hasenschule werden laufend fachlich und methodisch fort- und weitergebildet. So sind im Laufe der Jahre Spezialisten herangebildet worden, die ganz gezielt auf die speziellen Lernbedürfnisse der Kinder angesetzt werden können. Die erwiesene Qualität der Hasenschule steht und fällt mit ihren qualifizierten Mitarbeitern, die „Mut- und Maßarbeiter“ sind. Denn jedes Kind wird individuell und persönlich unterrichtet.