Rechnen lernen

Mathebasis

Der schulische Mathematikunterricht beinhaltet weitaus mehr als die Vermittlung von Rechenfertigkeiten. Andererseits stellen sichere Rechenleistungen eine wichtige Grundlage für den Erfolg im Mathematikunterricht dar. Unser Konzept „Mathebasis“ setzt sich zum Ziel, Schülern Sicherheit beim Rechnen zu vermitteln, und ihnen somit eine Basis für den schulischen Mathematikunterricht zu schaffen.

Schlechte Leistungen und Frust im Mathematikunterricht lassen sich in der Grundschule und darüber hinaus oft auf Defizite beim Rechnen zurückführen. Dabei gilt das Zählende Rechnen als Hauptmerkmal von Rechenschwierigkeiten (vgl. Gaidoschik). Ein Kind, das zum Ende des ersten Schuljahres überwiegend zählend rechnet, ist nicht zwangsläufig rechenschwach oder leidet gar an Dyskalkulie, aber es droht unter dem Druck der steigenden Anforderungen rechenschwach zu werden (vgl. Lorenz, Radatz).

Zählstrategien sind zwar innerhalb des Lernprozesses eine sinnvolle und grundlegende Strategie, doch um ein effizienteres Rechnen anwenden zu können, müssen die Kinder weitere Strategien verinnerlichen. Solche Strategien beruhen im Wesentlichen auf der Zahlzerlegung und dem Einblick in das dekadische System. In unserem Mathestübchen entwickeln und sichern die Kinder notwendige Lernvoraussetzungen, sie üben die Rechenstrategien ein und automatisieren Aufgaben.

 

Vom Zählen zum Rechnen

Das Förderkonzept des Mathestübchens beruht auf dem Lernprozessmodell „Vom Zählen zum Rechnen“, das den Lernweg von grundlegenden vorschulischen Anforderungen bis zur Automatisierung des Rechnens beschreibt. Es lässt sich auf Forschungsergebnisse der Mathematikdidaktiker Fuson, Radatz, Schipper et. al. zurückführen.

Das Modell gliedert den Lernweg in aufbauende Lernbereiche. In unserer Diagnostik analysieren wir entsprechende Anforderungen und deuten Lernlücken als Informationslücken, die den Förderbedarf darstellen. Häufig unterscheiden sich der Förderbedarf und die damit verbundenen Ziele deutlich von den aktuellen schulischen Anforderungen. Der Förderzeitraum erstreckt sich deswegen meist über 12 Monate und teilweise auch darüber hinaus.

Die inhaltliche Gliederung der Förderung ergibt sich aus der Abfolge des Modells. Die Förderung begrenzt sich aber nicht auf die Defizitbereiche. Um den Kindern Erfolgserlebnisse zu vermitteln, werden auch vorhandene Fähigkeiten eingebunden.

 

Besondere Hürden meistern

Bei nahezu allen Kindern, die als "Zählende Rechner" gelten, beobachten wir unzureichende Fähigkeiten innerhalb des Lernbereichs „Teil-Ganzes-Konzept“ (Zahlzerlegung) für die Mengen bis 10. Dieses Konzept beschreibt die Fähigkeit, eine Menge in zwei Teilmengen zu zerlegen und sich daraus ergebende Zusammenhänge der Addition, Subtraktion und Ergänzung zu erkennen und für das Rechnen zu nutzen.

Einen weiteren Übungsschwerpunkt bildet das Verständnis des Stellenwertsystems. Neben Unsicherheiten bei der Darstellung und Interpretation der Zahlen im Zehnersystem, greifen Kinder mit Rechenschwierigkeiten nur unzureichend auf Rechenvorteile und Rechenstrategien zurück, die sich aus dieser Zahldarstellung ergeben. 

Eine weitere Hürde stellt die abstrakte Sprache der Mathematik mit ihren Ziffern und Symbolen dar. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass die Kinder Lerninhalte zunächst mit didaktischen Materialien erarbeiten. Diese Handlungserfahrungen bilden die Grundlage für aufbauende Übungen mit bildlichen Darstellungen und später für Übungen mit abstrakten Zahlen und Rechenzeichen.